Alter Zoll

Aus Stadtlexikon-Bonn

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Die Bastion Alter Zoll vom Rheinufer aus gesehen. (Foto: Tuschedietor)

Der Alte Zoll ist die letzte noch erhaltene Bastion der Bonner Stadtbefestigung. Sie wurde etwa 1644 errichtet, in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, und liegt am Rheinufer (Brassertufer) unterhalb des Hofgartens. Der Name Alter Zoll stammt von einem Zollhaus, das sich schon im Mittelalter an dieser Stelle befand, weil hier der mittelalterliche Rheinzoll erhoben wurde.

Die mit Kastanien bepflanzte frei zugängliche Aussichtsterrasse, seit dem 18. Jahrhundert Teil des barocken Gesamtkonzepts, bietet einen weiten Blick über den Rhein hinweg auf das Panorama von Beuel und das Siebengebirge. Auf ihr stehen zwei in den Jahren 1803 und 1841 gegossene französische Salutkanonen. Kaiser Wilhelm I. hatte sie nach dem Sieg über Frankreich 1871 der Universität geschenkt – aus ihnen ist nie ein scharfer Schuss abgegeben worden.

Am Alten Zoll sind mehrere Kunst- und Bildwerke aufgestellt. Das Ernst-Moritz-Arndt-Standbild auf der Terrasse wurde 1865 enthüllt. Die »Trauernde Muse« mit dem Medaillon und Büstenrelief des Berghauptmanns Hermann Brassert befindet sich gegenüber dem ehemaligen königlich–preußischen Oberbergamt, unterhalb des Gärtnerhauses. Sie wurde 1921 aufgestellt. Auf halber Höhe der Treppe zum Rhein findet man das Ehrenmal für das Husaren-Regiment König Wilhelm I. Nº 7 (→ Königshusaren), es entstand 1962/63.

Das Kunstwerk „Schwingende“ von Lajos Barta erinnert an den ungarischen Volksaufstand 1956, es wurde 1971 aufgestellt. Das Heinrich-Heine-Denkmal vor dem Aufgang zur Terrasse kam 1982 dazu, die Peter-Joseph-Lenné-Büste am Rheinufer 1989.

Legendär ist der Biergarten in der Parkanlage neben dem Alten Zoll. Er hat in den Sommermonaten geöffnet. Dort finden sich bei schönem Wetter auch die Boule-Liebhaber zum gemeinsamen Spiel ein.