Hofgarten

Aus Stadtlexikon-Bonn

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Der Hofgarten entstand im 18. Jahrhundert als Garten der Residenz des Kurfürsten Clemens August, dem heutigen Hauptgebäude der Universität. Er liegt unmittelbar hinter dem Gebäude und besteht im Wesentlichen aus der großen, von Bäumen umstandenen Hofgartenwiese, die heute bei schönem Wetter hauptsächlich von Studenten als Erholungsfläche genutzt wird. Am anderen Ende der Wiese, dem Hauptgebäude gegenüber, steht das Akademische Kunstmuseum.

Ursprünglich war der Hofgarten ein Barockgarten mit Blumenbeeten und Wasserspielen, ähnlich dem heute noch vorhandenen Barockpark am Schloss Augustusburg in Brühl. Nachdem der Garten um 1813 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war, wurden die Blumenbeete nach und nach durch eine Wiese ersetzt.

Zu Kaisers Zeiten wurde die Hofgartenwiese zum Heumachen verwendet, diente aber auch als Paradeplatz für das in Bonn stationierte Husarenregiment (→ Königshusaren), so zum Beispiel 1902 als Kaiser Wilhelm zu Besuch in Bonn weilte. Nach dem Ersten Weltkrieg ließen die französischen Besatzer Panzer auf dem Platz paradieren; zur Zeit der Weimarer Republik wurden landwirtschaftliche Leistungsschauen veranstaltet; nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die britischen Besatzer auf der Wiese ein Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene.

Als Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war fanden auf der Wiese immer wieder Demonstrationen gegen die Politik der Bundesregierung statt, u.a. gegen die Notstandsgesetze von 1968 und die Aufrüstungsbestrebungen der 1980er-Jahre. Hunderttausende versammelten sich am 22. Oktober 1983 im Hofgarten, um für Frieden und Abrüstung und gegen den NATO-Doppelbeschluss zu demonstrieren. Der Hofgarten ist daher heute Teil des Bonner »Wegs der Demokratie«.

Die Universität als Eigentümerin des Geländes gibt die Hofgartenwiese heute nur noch für Veranstaltungen mit universitärem Charakter frei.