Körner, Heinrich

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Heinrich Körner (* 30. April 1892 in Essen; † 26. April 1945 in Berlin), christlicher Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Der in Essen geborene Arbeitersohn Heinrich Körner war 1913 als Freiwilliger in die Kaiserliche Marine eingetreten und 1914 in japanische Kriegsgefangenschaft geraten. 1920 entlassen, wurde er 1923 Gewerkschaftssekretär in Bonn und zwei Jahre später Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften in Köln.

Die Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten im Mai/Juni 1933 kostete Körner seinen Arbeitsplatz; seit 1934 war er als Handelsvertreter tätig. In Bonn organisierte er eine Gruppe von Regimekritikern und gehörte auch zum engeren Zirkel des Kölner Kreises um Jakob Kaiser und Bernhard Letterhaus. Mehrfach fanden Besprechungen in seinem Haus statt.

Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Heinrich Körner verhaftet und nach Berlin gebracht. Noch am 5. April 1945 verurteilte ihn der Volksgerichtshof wegen „Mitwisserschaft um die Vorgänge des 20. Juli 1944“ zu vier Jahren Zuchthaus und wies ihn in das Strafgefängnis Plötzensee ein. Von den sowjetischen Truppen befreit, kam Körner am 26. April 1945 beim Verlassen des Gebäudes durch eine Kugel ums Leben. Die genauen Umstände sind ungeklärt. Wahrscheinlich ist, dass er von der SS erschossen wurde.

Nach ihm ist die Heinrich-Körner-Straße in der Reutersiedlung benannt.

Web: Biographie Körners von Vera Bücker

Lit.: Bücker, Vera: Heinrich Körner, in: Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20.Jahrhunderts, hg. v. Helmut Moll, Bd.1, Paderborn u.a. 1999.