Viktoriabad

Aus Stadtlexikon-Bonn

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Das Viktoriabad war das erste Bonner Hallenbad; es entstand noch zu Kaisers Zeiten und trug den Namen seiner in Bonn lebenden Schwester Viktoria (1866–1929). Bis zur Eröffnung des Bades 1906 badeten die Bonner in den drei öffentlichen Badeanstalten im Rhein.

Der erste Spatenstich an der Franziskanerstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität, erfolgte am 24. April 1903; am 1. Februar 1906 wurde das Bad feierlich eingeweiht und eine Woche später auch für die Bonner Bevölkerung geöffnet.

Der Schöpfer des prunkvollen Neubaus war der Bonner Stadtbaumeister Rudolf Schultze (1854–1935). Maßgeblich beteiligt an der Innenausstattung war der Bonner Bildhauer und Maler Karl Menser (1872–1929). Die Ausstattung entsprach dem neuesten hygienischen Standard. Im Erdgeschoss gab es ein Hallenschwimmbad für Männer und ein kleineres Bad für Frauen – damals keine Selbstverständlichkeit.

Der ursprüngliche repräsentative Jugenstilbau wurde 1944 durch einen Fliegerangriff zerstört und 1969 abgerissen; 1970/1971 wurde ein Neubau an dieselbe Stelle gesetzt (Eröffnung 2. Febr. 1971).

Am 29. Mai 2010 wurde das marode gewordene Bad »wegen langjähriger Vernachlässigung und kommerziell verlockend guter Lage« (Verein »Unser Viktoriabad e. V.) geschlossen. Das Gelände soll zukünftig kommerziell genutzt werden.

www.viktoriabad.de